Mentoring-Programme

Mentoring-Programme sind systematisch organisierte 1:1-Beziehungen, in denen erfahrene Mitarbeiter (Mentoren) jüngere oder neue Kollegen (Mentees) bei deren beruflicher Entwicklung begleiten. Anders als Coaching, das stärker auf Lernziele und Methodik setzt, lebt Mentoring von Erfahrungstransfer, Netzwerkzugang und persönlicher Vorbildwirkung. Im Mittelstand sind Mentoring-Programme ein wirkungsvolles und kostengünstiges Instrument für Onboarding, Fachkräftebindung, Wissensbewahrung und Talententwicklung, insbesondere bei Generationenwechseln.

Vier Typen von Mentoring Wer wen und in welcher Konstellation begleitet Klassisches Mentoring Erfahrene Führungskraft begleitet Nachwuchstalent Standard im Talentprogramm Reverse Mentoring Junger Mitarbeiter begleitet erfahrenen Kollegen Häufig zu Digitalisierung, KI Peer-Mentoring Kollegen auf Augenhöhe begleiten sich gegenseitig Niedrige Hürde, schnelle Wirkung Cross-Mentoring Mentor und Mentee aus verschiedenen Unternehmen In KMU-Netzwerken beliebt

Was ein gutes Programm braucht

  • Klare Ziele und Laufzeit (meist 6 bis 12 Monate).
  • Sorgfältiges Matching zwischen Mentor und Mentee.
  • Strukturierter Rahmen mit Erstgespräch, Zwischen- und Abschlussgespräch.
  • Vertraulichkeit und klare Trennung von Mentoring und Beurteilung.
  • Schulung der Mentoren, mindestens kurzer Workshop zu Rolle und Methodik.
  • Wirkungsmessung über Befragung und Bindungsdaten.

Räume und Werkzeuge

Mentoring-Treffen brauchen ungestörte Räume mit informeller Atmosphäre. Eine durchdachte Büroplanung sieht kleine Loungebereiche oder ruhige Zweier-Tische vor, in denen ein vertrauliches Gespräch leichter gelingt als am offenen Schreibtisch.

Synonyme

Mentoring, Patenprogramm, Internes Unternehmens-Mentoring (im engeren Sinn).

Siehe auch

Literaturhinweise

  • Kathy E. Kram: Mentoring at Work. 1985.
  • Belle Rose Ragins, Kathy E. Kram (Hg.): The Handbook of Mentoring at Work. 2007.
  • Deutsche Gesellschaft für Mentoring (DGM): Mentoring-Studie.
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