14# Wenn Maschinen übernehmen – brauchen wir dann noch Büros?

Ein Reel, das es in sich hat

Paul: Heute wird’s richtig philosophisch. Henry und ich haben uns ein Reel geschnappt, das ziemlich reinknallt: „Was passiert, wenn KI und Robotik jeden Job ersetzen?“ Die Zeitspanne, in der KI autonom arbeiten kann, verdoppelt sich alle vier Monate. Der IQ der absoluten Genies wird erreicht. 60 bis 80 Prozent aller Tätigkeiten könnten in 10 bis 15 Jahren wegfallen. Klingt nach Weltuntergang, oder?

Henry: Ich würde eher sagen, das ist ein dystopisches Szenario, das so nie eintreten wird. Klar, es wird sich viel verändern – wie bei jeder technologischen Revolution. Dampfmaschine, Webstuhl, das hatten wir alles schon. Aber gänzlich abschaffen? Wahrscheinlich nicht. In manchen Bereichen fallen Jobs weg, klar. Aber dafür entstehen neue – vielleicht in Branchen, an die wir heute noch gar nicht denken. Ich würde es eher als Transformation sehen, nicht als Verdrängung.

Was KI heute schon kann – und was das bedeutet

Paul: Ich beschäftige mich ja auch privat viel damit. Und es ist erschreckend, was mittlerweile geht. Nimm so einen KI-Assistenten – der macht Cronjobs, erstellt Reportings, baut dir eine komplette PowerPoint-Präsentation aus groben Inhalten und Bildern. Innerhalb von Minuten. Und wenn das eine wiederkehrende Aufgabe ist, merkt er sich, was er braucht, und liefert beim nächsten Mal direkt die gleiche Qualität. Das ist jetzt nur so eine kleine Bubble, aber das funktioniert schon im Büro.

Henry: Und bei Programmierern sieht man’s ja schon: Junioren werden weniger gebraucht, weil KI den Code schneller runterschreiben kann. Aber du brauchst trotzdem noch Leute, die den Code verstehen und wissen, was rauskommen soll. Statt zehn Programmierern hast du vielleicht noch zwei, die reviewen. Die Jobs verschwinden nicht komplett – sie verändern sich. Aus Programmierern werden Reviewer, Architekten, Operatoren.

Paul: Die Frage ist nur: Wenn wir keine neuen Leute ausbilden, weil die KI das ja übernimmt – wer versteht dann in zehn Jahren noch, was die KI eigentlich tut?

Was wird aus unseren Büros?

Henry: Ich glaube, so eine Art Büro wird es immer geben. Aber weniger klassische Arbeitsplätze, mehr Kollaborationsräume. Gemütlicher, loungemäßiger, mehr so heimische Atmosphäre. Wenn die Leute remote arbeiten und sich nur noch gezielt treffen – für Meetings, Events, Kundentermine – dann werden Büros zu Social Spaces.

Paul: Und Mensch-zu-Mensch wird vielleicht sogar mehr wert sein als heute. „Geschäfte werden zwischen Menschen gemacht“ – der Spruch wird nicht verschwinden. Wenn schon so viel durch KI ersetzt wird, will ich den Handshake vielleicht erst recht noch haben. Dieses Vertrauen, das entsteht, wenn man sich gegenübersitzt.

Kollaps des Systems – sind wir vorbereitet?

Paul: Im Video heißt es, schon bei 10 bis 20 Prozent Arbeitslosigkeit brechen die Systeme zusammen. Sind wir darauf vorbereitet?

Henry: Nö. Unser Wirtschaftsmodell ist nicht darauf vorbereitet. Aber ich gehe noch weiter: Deutschland ist nicht mal darauf vorbereitet, überhaupt ins KI-Zeitalter zu kommen. Wir sind einfach viel zu langsam.

Paul: Stell dir vor, 60 Prozent der Leute sind arbeitslos. Wo kriegen die Geld her? Ohne Geld kein Konsum. Ohne Konsum keine Produktion. Das ist eine Spirale nach unten. Unser ganzes kapitalistisches System basiert darauf, dass Leute arbeiten, Geld verdienen und ausgeben. Wenn das wegfällt…

Henry: Dann wirst du eine herrschende Klasse haben – Techmilliardäre, die die Technologie besitzen – und eine Unterschicht, die nichts mehr hat. Das ist das harte dystopische Szenario.

Robotersteuer und Grundeinkommen

Paul: Silicon Valley denkt ja darüber nach. Die Idee: Roboter ersetzen Arbeiter, auf jeden Roboter gibt’s eine Steuer, und davon wird ein soziales Auffangbecken finanziert. Eine 500-Mann-IT-Firma braucht plötzlich nur noch 50 Leute – die werden dann aber auch richtig gut bezahlt. Und die übrigen? Grundeinkommen.

Henry: Die Frage ist: Wo sitzen die ganzen Techfirmen? In Amerika und China. Wie kommt Europa an das Geld? Und wie hoch müsste so eine Steuer sein, um unsere ganzen Sozialsysteme aufzuwiegen?

Paul: Stell dir vor, du kriegst 5.000 Euro überwiesen – für nichts. Was machst du mit der Zeit? Mir würde auf jeden Fall was einfallen. Ehrenamt, Verein, soziale Arbeit. Aber 80 Millionen Menschen in Deutschland sollen sich gegenseitig helfen? Das ist… ambitioniert.

Wenn der Strom ausfällt

Paul: Und was ist, wenn wir uns total abhängig machen – und dann passiert was? Ein EMP, ein Cyberangriff, irgendwas, das das System lahmlegt. Wir haben verlernt, alleine zu überleben. Wie der Film Wall-E: alle fette Säcke auf Liegen, die nichts mehr können.

Henry: Das ist dann eher ein Abhängigkeitsthema. Aber das gibt’s ja auch bei Menschen – du kannst dich genauso von einem anderen Menschen abhängig machen. Die Frage ist: Wie viel Kontrolle gibst du der KI? Und wenn wir clever genug sind, behalten wir wenigstens bei, dass es Menschen gibt, die verstehen, was die KI tut.

Was wir mitnehmen

KI wird Jobs verändern – nicht alle vernichten, aber massiv umkrempeln. Büros werden zu Orten der Begegnung statt der Abarbeitung. Unser Wirtschaftssystem ist nicht darauf vorbereitet, und niemand weiß wirklich, wo die Reise hingeht. Roboter für 3 Euro die Stunde, Grundeinkommen, KI-Assistenten, die dich besser kennen als dein Partner – das klingt nach Science-Fiction, könnte aber in ein paar Jahren Realität sein. Eins ist sicher: Wer sich nicht verändert, hat ein Problem. Und wer sich damit beschäftigt, hat zumindest eine Chance.


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