Computertisch
Ein Computertisch ist ein Schreibtisch, der speziell für die Nutzung eines Computers und seiner Peripherie konzipiert ist. Klassische Merkmale sind ein ausziehbares Tastaturbrett, eine Ablagefläche für den PC-Tower, Kabeldurchführungen in der Tischplatte und häufig Rollen für flexibles Versetzen. Der Begriff stammt aus den 1980er Jahren, als mit dem Heimcomputer-Boom eigene Möbeltypen für die neue Technik nötig wurden.
Heute ist der Begriff in Privathaushalten noch gebräuchlich, im professionellen Büromöbelbau hat er an Bedeutung verloren. Moderne Büro-Arbeitstische nach DIN EN 527 übernehmen die Funktion, sind aber nicht mehr auf einen einzigen Arbeitsschwerpunkt ausgelegt. Flachbildschirme, Laptops und kabelarme Peripherie haben viele der typischen Computertisch-Merkmale überflüssig gemacht.
Typische Merkmale eines Computertischs:
Ein klassischer Computertisch unterscheidet sich durch mehrere Bauelemente vom gewöhnlichen Schreibtisch. Nicht jedes Modell hat alle Merkmale, aber die Kombination aus zwei oder mehr macht einen Tisch zum Computertisch im engeren Sinne.
Tastaturauszug: Eine unter der Tischplatte angebrachte, ausziehbare Ablage für Tastatur und Maus. Schafft Arbeitsfläche, ist ergonomisch aber heikel, weil die Höhe meist fix ist und nicht zur Körpergröße passt.
Tower-Stellfläche: Ein offenes Fach oder eine Bodenplatte für den PC-Tower. Bei älteren Modellen manchmal auf Rollen, um den Rechner leichter bewegen zu können.
Monitor-Aufsatz: Eine erhöhte Ablagefläche über der eigentlichen Arbeitsplatte, auf der schwere Röhrenmonitore standen. Seit der Verbreitung von Flachbildschirmen praktisch verschwunden.
Druckerfach: Ein seitliches Fach in Greifhöhe, ursprünglich für Nadel- und später Tintenstrahldrucker. Durch zentrale Netzwerkdrucker und A4-Multifunktionsgeräte fast überflüssig geworden.
Kabeldurchführungen: Bohrungen oder Kabelwannen, die die Verkabelung von Monitor, Tastatur und Peripherie verstecken. Dieses Merkmal hat sich auf alle modernen Schreibtische übertragen.
Rollen: Viele Computertische der 1990er Jahre hatten Rollen, weil Computer als zeitweise genutzte Geräte galten und leicht beiseite geschoben werden sollten.
Computertisch und moderner Schreibtisch im Vergleich:
Ergonomische Grenzen klassischer Computertische:
Wer mit einem Computertisch der 1990er oder frühen 2000er Jahre arbeitet, stößt schnell an ergonomische Grenzen. Die meisten Modelle haben eine feste Arbeitshöhe von 72 bis 74 cm, zugeschnitten auf einen durchschnittlichen Mann von etwa 1,75 m. Für kleinere oder größere Personen passt das nur bedingt. Der ausziehbare Tastaturauszug liegt oft 5 bis 7 cm tiefer und ist ebenfalls nicht verstellbar, was zu einer verdrehten Handhaltung führt.
Die feste Aufstellung von Monitor und Tower limitiert außerdem die Positionierung: Der Bildschirm sitzt meist entweder zu hoch (wenn auf dem Aufsatz) oder zu niedrig (wenn auf der Tischplatte bei einem 27-Zoll-Gerät). Die ArbStättV-konforme Empfehlung, die obere Bildkante knapp unter die Augenhöhe zu setzen, ist so schwer umzusetzen.
In der Praxis lohnt sich bei Dauernutzung der Wechsel zu einem höhenverstellbaren Arbeitstisch. Eine große Auswahl an ergonomischen Modellen findet sich im Bereich Schreibtische von Büromöbel Experte.
Wann ein Computertisch heute noch Sinn ergibt:
Trotz der Ablösung durch moderne Arbeitstische hat der klassische Computertisch in bestimmten Fällen noch seine Berechtigung:
- Zweitplätze im Homeoffice, an denen nur gelegentlich gearbeitet wird
- Kinder- und Jugendzimmer, wo platzsparende Modelle mit Rollen sinnvoll sind
- Sekundär-Arbeitsplätze für Hobby-Projekte, Gaming oder Bastelarbeiten
- Vereinsräume, Werkstätten oder Empfangsbereiche mit Einzelplatz-PC
Für den täglichen Einsatz im Hauptarbeitsplatz empfiehlt sich dagegen ein vollwertiger, höhenverstellbarer Büro-Arbeitstisch, der den aktuellen ergonomischen Standards entspricht.
Relevanz im Arbeitsalltag:
Der Begriff Computertisch ist in Möbelprospekten und im Einzelhandel noch präsent, oft als Kategorie für preisgünstige Einstiegsmodelle mit Tastaturauszug. Im professionellen Büromöbelmarkt wird er kaum noch verwendet, dort dominieren die Bezeichnungen Schreibtisch oder Büro-Arbeitstisch. Wer in Ausschreibungen oder Katalogen mit dem Wort Computertisch konfrontiert ist, sollte prüfen, ob das angebotene Modell tatsächlich die eigenen ergonomischen Anforderungen erfüllt, oder ob es sich um ein einfaches Möbelstück aus der Consumer-Ecke handelt.
Synonyme:
- PC-Tisch
- PC-Schreibtisch
- Computerschreibtisch
- IT-Tisch
Abgrenzung zu:
- Schreibtisch: Allgemeiner Begriff, ohne Fokus auf Computerperipherie. Ein Computertisch ist ein Schreibtisch mit spezifischen Zusatzmerkmalen.
- Steh-Sitz-Tisch: Höhenverstellbarer Arbeitstisch, der zwischen Sitz- und Steharbeit wechselt. Ergonomisch dem klassischen Computertisch überlegen.
- Eckschreibtisch: L-förmige Bauweise für Platzausnutzung über Eck, ohne spezifischen Computerbezug.
- Gaming-Tisch: Unterform des Computertischs, oft mit RGB-Beleuchtung und Kabelkanälen speziell für Gaming-Peripherie.
Siehe auch:
- Schreibtisch
- Computerarbeitsplatz
- Ergonomie
- Höhenverstellbarer Schreibtisch
- Kabelmanagement
Literaturhinweise:
- DIN EN 527-1 bis 527-3: „Büromöbel – Büro-Arbeitstische“. Europäische Norm mit Anforderungen an Abmessungen, Sicherheit und Stabilität.
- Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV), Anhang Nr. 6 „Bildschirmarbeit“ und ASR A1.5 zu Raumabmessungen.
- Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA): „Büroarbeit gesund gestalten“. Aktuelle Empfehlungen zur Arbeitsplatzgestaltung.
