Chef, der Kollege stinkt! So gehst du mit Geruchsproblemen im Büro um (Podcast Folge 17)

Wenn der Kollege riecht – ein Bürothema, das jeder kennt

Paul: Wir haben heute mal ein nicht ganz so angenehmes Thema, aber dafür ein richtig spannendes. Wir haben wieder ein Reel gefunden und da geht’s um einen Mitarbeiter, der zu seinem Chef geht und sagt: „Chef, der Meier stinkt.“ Und der Chef sagt erstmal: „Damit müssen Sie halt leben.“ Aber so einfach ist das nicht, oder Henry?

Henry: Nee, absolut nicht. Weil im Reel wird ja auch gesagt: Als Chef hat man eine sogenannte Fürsorgepflicht gegenüber allen Mitarbeitern. Und wenn sich jemand durch den Geruch belästigt fühlt – egal ob Schweiß oder aufdringliches Parfüm – dann muss man als Führungskraft entsprechende Maßnahmen treffen.

Paul: Genau. Und es ist ja wirklich ein Bürothema. Man sitzt auf engem Raum zusammen, teilweise in Zwei-Mann-Büros oder Drei-Mann-Büros, und wenn da jemand streng riecht – aus welchen Gründen auch immer – dann wird das schnell zum Problem.

Warum riecht jemand im Büro? Die typischen Gründe

Henry: Lass uns doch mal die typischsten Gründe durchgehen. Erstens: Sportliche Aktivität. Wer mit dem Fahrrad zur Arbeit kommt, gerade im Sommer, der schwitzt natürlich mehr. Das ist ja erstmal völlig normal.

Paul: Genau. Und das Zweite wäre, wenn jemand generell nicht so auf seine Hygiene achtet. Das gibt’s auch, das muss man ehrlich sagen. Aber dann haben wir noch ein drittes Thema, das viele unterschätzen: zu viel Parfüm! Ich hab auch schon Herren erlebt, die ein so krasses Parfüm drauf hatten, da denkst du – uiui, das ballert ganz schön weg.

Henry: Stimmt, das ist noch mal eine ganz andere Dimension. Gerade künstliche Gerüche können ja richtig belastend sein – Kopfschmerzen, Übelkeit, Konzentrationsprobleme. Und wenn man dann in einem kleinen Büro sitzt, wird das richtig unangenehm.

Paul: Wir haben bei uns zu Hause so einen Duft mit diesen Stäbchen im Bad. Und wenn du da auf dem Klo sitzt, wird dir schon schummrig im Kopf. Also bin ich auch kein Fan von zu übertriebenen Düften.

Die Folgen: Von Unwohlsein bis Mobbing

Henry: Das ist ja das Problem – die Konsequenzen sind real. Man fühlt sich unwohl, kann sich nicht konzentrieren, und im schlimmsten Fall leidet die Arbeitsleistung. Das heißt, die Firma büßt am Ende an Effizienz ein. Das geht dann wirklich ins Geld.

Paul: Und dann ist da noch die menschliche Komponente. Derjenige, der riecht, weiß das vielleicht gar nicht. Vielleicht hat er sich nach dem Sport noch schnell frisch gemacht, aber halt nicht gründlich genug. Und dann sitzt er einen halben Tag im warmen Büro.

Henry: Genau. Und wenn das nicht angesprochen wird – was passiert dann? Dann wird hinter dem Rücken gelästert, schlecht über den Kollegen geredet. Und das ist schon ein schmaler Grat zum Mobbing.

Paul: Ich finde, Lästern ist schon der Einstieg. Es ist die erste Stufe, wo man anfängt, nicht mehr respektvoll über jemanden zu reden. Und danach wird’s nur noch schlimmer.

Was können Unternehmen tun? Praktische Lösungen

Henry: Bevor man überhaupt anfängt, einzelne Personen anzusprechen, sollte man sich als Unternehmen fragen: Haben wir alles dafür getan, dass es gar nicht erst zum Problem wird? Wenn viele Mitarbeiter mit dem Fahrrad kommen, dann wäre es sinnvoll, Duschen bereitzustellen. Aber das hängt natürlich von den Räumlichkeiten ab.

Paul: Bei uns im Büro gibt’s leider keine Duschen, das ist einfach so. Aber was man machen kann: Spinde oder Umkleidemöglichkeiten bereitstellen, damit die Leute zumindest ihre verschwitzten Sachen wechseln können. Und wir haben bei uns Deos auf den Toiletten zur freien Verfügung gestellt.

Henry: Das war ja bei euch auch aus einem konkreten Fall heraus entstanden, oder?

Paul: Genau. Wir hatten einen Fall, und anstatt ein Riesenthema draus zu machen, haben wir einfach mitgeteilt: Wir haben jetzt Deodorants auf den Toiletten zur freien Verfügung – denkt immer an alle, wir haben Sportler und alles drum und dran. Und das wurde eigentlich richtig gut angenommen.

Wie spricht man als Führungskraft so ein heikles Thema an?

Paul: Das ist ja die Kernfrage. Wenn die Deo-Lösung allein nicht reicht und man jemanden direkt ansprechen muss – wie macht man das? Mein Tipp: Als Führungskraft muss man es erstmal selbst erleben. Nie vom Hörensagen handeln. Nicht einfach sagen „Kollegin XY hat sich beschwert“, sondern selbst hingehen und es überprüfen.

Henry: Das ist ein super wichtiger Punkt. Man sollte sich selbst ein Bild machen. Und wenn man dann feststellt, dass es wirklich so ist, dann kann man aus eigener Erfahrung sprechen.

Paul: Genau. Und dann nimmt man die Person beiseite – immer im Vieraugengespräch, nie vor anderen – und sagt so was wie: „Mir ist aufgefallen, dass du viel Sport machst, alles gut. Wir haben Deos bereitgestellt, nutze die gern.“ Man kann es nicht perfekt formulieren, egal wie. Aber Hauptsache, man spricht es an.

Henry: Und dann kommt es natürlich auf die Reaktion der Person an. Bei euch wurde das ja ganz locker aufgenommen?

Paul: Ja, total. Gerade bei den Männern – da sagt man im Sommer auch mal ganz direkt: „Jungs, hier riecht’s schon wieder, macht mal das Fenster auf!“ Aber ich kann mir vorstellen: Je größer der Konzern, je fremder man sich ist, desto strukturierter muss man das angehen.

Vorsicht bei Raumdüften und Luftbefeuchtern

Paul: Was wir auch mal probiert haben: einen Luftbefeuchter mit Dufteffekt. Fanden alle erstmal toll. Aber nach einem Vierteljahr war überall eine weiße Kalkschicht – auf den Monitoren, auf den Pflanzenblättern, einfach überall!

Henry: Oh nein! Also Tipp: Wenn Luftbefeuchter, dann welche mit Filtern, damit der Kalk nicht in die Luft kommt.

Paul: Genau. Und ganz wichtig bei Raumdüften allgemein: Da sollten sich alle im Büro drauf committen. Nicht einfach ein Räuchermännchen aufstellen zu Weihnachten und niemanden fragen. Ich persönlich kriege davon massive Kopfschmerzen. Ich mag den Geruch an sich, aber zum konzentriert Arbeiten, wenn die ganze Bude danach riecht – geht gar nicht.

Henry: Richtig. Ob Körpergeruch, Parfüm oder Raumduft – wenn es übermäßig stark ist, ist es für viele Leute belastend. Und Allergien können auch noch eine Rolle spielen.

Die wichtigsten Takeaways

  • Kultur schaffen: Sorgt als Unternehmen dafür, dass alle auf Körperhygiene achten können – Deos bereitstellen, Spinde, Umkleidemöglichkeiten, Duschen wenn möglich.
  • Klar ansprechen: Geruchsprobleme nicht ignorieren – sonst drohen Lästern und Ausgrenzen. Immer im Vieraugengespräch und respektvoll.
  • Selbst überprüfen: Als Führungskraft nie vom Hörensagen handeln, sondern sich selbst ein Bild machen.
  • Raumdüfte abstimmen: Räuchermännchen, Duftkerzen und Luftbefeuchter nur mit Zustimmung aller im Raum.
  • Verständnis zeigen: Manche Menschen können aufgrund von Krankheiten nichts für ihren Körpergeruch – dann braucht es besonders einfühlsame Lösungen.
  • Lüften, lüften, lüften: Regelmäßiges Lüften hilft immer – unabhängig vom Thema auch wegen CO₂!

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