Wertsstromanalyse
Die Wertstromanalyse, im englischen Original Value Stream Mapping (VSM), ist ein zentrales Werkzeug aus dem Lean Management. Sie visualisiert den gesamten Material- und Informationsfluss eines Prozesses vom ersten Kundenwunsch bis zur Auslieferung und macht dabei sichtbar, wo wertschöpfende Tätigkeiten stattfinden und wo Verschwendung (Muda) entsteht. Entwickelt wurde sie bei Toyota und 1999 von Mike Rother und John Shook in „Learning to See“ der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im Büro wird sie zunehmend für administrative Prozesse eingesetzt, von der Auftragsabwicklung bis zur Reisekostenabrechnung.
Vorgehen
Eine Wertstromanalyse läuft in drei Schritten: Erstens den Ist-Zustand aufnehmen, also den realen Prozess Schritt für Schritt mit Bearbeitungs-, Liege- und Wartezeiten dokumentieren. Zweitens den Soll-Zustand entwerfen, der die identifizierten Verschwendungen beseitigt. Drittens den Übergangsplan in konkrete Maßnahmen mit Verantwortlichen und Terminen übersetzen. Wichtig ist, dass die Aufnahme tatsächlich vor Ort stattfindet (Gemba-Walk) und nicht am Schreibtisch erfunden wird.
Wertstromanalyse im Büro
In administrativen Prozessen liegt die Durchlaufzeit oft zu 90 Prozent in Liege- und Wartezeiten. Ein Genehmigungsworkflow, der eigentlich 20 Minuten reine Bearbeitung braucht, dauert real fünf Tage. Wertstromanalysen decken diesen Anteil schonungslos auf und liefern Argumente für Workflow-Tools, klare Vertretungsregeln und schlankere Freigabewege.
Räume und Werkzeuge
Wertstrom-Workshops brauchen viel Wandfläche, weil der Strom auf bis zu zehn Meter Brown-Paper visualisiert wird. Eine durchdachte Büroplanung sieht Workshop-Räume mit beklebbaren Wänden oder magnetischen Whiteboards in voller Wandbreite vor. IT-Dienstleistungen für den Mittelstand begleiten bei der digitalen Übersetzung in Workflow-Tools wie Microsoft Power Automate, Make oder Camunda.
Synonyme
Value Stream Mapping (VSM), Wertstrom-Design, Prozess-Mapping (im engeren Sinn).
Siehe auch
Literaturhinweise
- Mike Rother, John Shook: Learning to See. Value Stream Mapping. 1999.
- James P. Womack, Daniel T. Jones: Lean Thinking. 1996.
- Drew Locher: Value Stream Mapping for Lean Development. 2008.
