Akustische Möbel

Definition:

Akustische Möbel sind Büro- und Einrichtungsgegenstände, die neben ihrer eigentlichen Funktion als Sitz-, Stauraum- oder Raumteilermöbel gezielt Schall absorbieren oder streuen. Ihr Kern besteht meist aus porösen Materialien wie Polyesterfaservlies, Schaumstoff, Holzwolle oder Filz, die den Schalldruck im Raum senken und Nachhall reduzieren.

Der Bedarf ist besonders in Open-Space-Büros, Großraumbüros und Besprechungszonen hoch: Studien der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zeigen, dass Lärm nach Zeitdruck der zweithäufigste Stressfaktor in deutschen Büros ist. Relevante Normen in Deutschland sind die DIN 18041 (Hörsamkeit in Räumen) sowie die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.7 (Lärm).

Typen akustischer Möbel im Büro Die fünf gängigen Kategorien akustisch wirksamer Büromöbel: Stellwände, Deckensegel, Akustik-Sofas, Telefonboxen und Akustik-Schreibtische. Die 5 Kategorien akustischer Möbel STELLWÄNDERaumteilerzwischenArbeitsplätzen DECKENSEGELHängende AbsorberschluckenNachhall AKUSTIK-SOFAHochlehne-Nischefür informelleGespräche TELEFONBOXSchalldichte Kabine1 bis 4 Personen,ungestörte Calls AKUSTIK-TISCHKorpus mit Absorberkombiniert Funktionund Schallschutz Wirkung hängt von Fläche, Material und Positionierung ab: siehe DIN 18041.
Fünf Möbelkategorien, die Räume akustisch wirksam entschärfen.

Typische Kategorien:

  • Akustik-Stellwände und Raumteiler: frei stehende Paneele zwischen Arbeitsplätzen, oft mit Klettstreifen oder Magnetflächen
  • Deckensegel und Wandabsorber: hängende oder wandmontierte Elemente, schlucken Nachhall in größeren Räumen
  • Akustik-Sofas und Sessel mit Hochlehne: bilden halbgeschlossene Nischen für informelle Gespräche
  • Telefon- und Meetingboxen: schalldichte Kabinen für ein bis vier Personen, entkoppelt vom Open Space
  • Akustik-Schreibtische und -Regale: Korpus mit Absorber-Füllung, kombiniert Funktion und Schallschutz
Schallabsorptionsklassen nach DIN EN ISO 11654 Die fünf Absorptionsklassen A bis E nach DIN EN ISO 11654, gestaffelt vom hochabsorbierenden Material (αw ≥ 0,90) bis zu schwach absorbierendem Material (αw 0,15 bis 0,25). Schallabsorptionsklassen (DIN EN ISO 11654) A B C D E αw ≥ 0,90 (top) αw 0,80 bis 0,85 αw 0,60 bis 0,75 αw 0,30 bis 0,55 αw 0,15 bis 0,25 Hochabsorbierend Schwach absorbierend Zielgröße für Büros mit Bildschirmarbeit: Nachhallzeit 0,5 bis 0,8 Sekunden (DIN 18041).
Die Absorptionsklassen A bis E helfen, Möbel und Materialien objektiv zu vergleichen.

Kennwerte und Normen:

Die Schallabsorption eines Möbelstücks wird über den Schallabsorptionsgrad α (Alpha) angegeben, genormt in ISO 354 und ausgewertet als gewichteter Wert αw zwischen 0 und 1. Klassen nach DIN EN ISO 11654:

  • Klasse A: αw ≥ 0,90 (hochabsorbierend, z. B. dicke Absorber-Panels)
  • Klasse B: αw 0,80 bis 0,85
  • Klasse C: αw 0,60 bis 0,75
  • Klasse D: αw 0,30 bis 0,55
  • Klasse E: αw 0,15 bis 0,25

Für Büros mit Bildschirmarbeitsplätzen empfiehlt die DIN 18041 eine Nachhallzeit zwischen 0,5 und 0,8 Sekunden. Wer das nicht einhält, sorgt für müde Teams und fehleranfällige Kommunikation.

Planung und Praxis:

  • Vor der Möbelbestellung den Ist-Zustand messen (Raumakustik-Messung oder Simulation)
  • Absorberfläche möglichst auf Decke, hohe Wände und zwischen Arbeitsplätzen verteilen
  • Telefonboxen an zentralen Stellen, nicht am Fluchtweg
  • Möbel und Teppiche kombinieren: harte Oberflächen (Fenster, Glaswände) bleiben Reflektoren
  • Rücksprache mit Brandschutz: akustische Materialien müssen in Deutschland mindestens B1 (schwer entflammbar) nach DIN 4102 erfüllen

Relevanz im Arbeitsalltag:

Schlechte Akustik ist der Klassiker, der in Open-Space-Büros zuerst genannt wird. Wer hier nachrüstet, statt bei der Einrichtung zu planen, zahlt doppelt. Die passende Kombination aus Arbeitsplatz, Rückzugszone und Besprechungsraum lässt sich mit durchdachter Büroplanung von Anfang an akustisch mitdenken: Absorber dort, wo Stimmen entstehen, Schallschatten dort, wo Fokusarbeit stattfindet.

Passende Produkte für akustisch wirksame Einrichtung: Akustik-Möbel und Stellwände im Shop, die sich modular kombinieren lassen.

Synonyme:

  • Schallabsorbierende Möbel
  • Akustikmöbel
  • Akustik-Einrichtung
  • Schalldämmende Büromöbel

Abgrenzung zu:

  • Schallschutz im Bauwesen: bauliche Maßnahmen (Doppelwände, Entkopplung), nicht Möbel
  • Akustische Architektur: Raumformung über Decken, Wände, Materialien
  • Lärmschutzwand: im Freien, nicht für Büroräume
  • Noise Cancelling: aktive Schalldämpfung durch Gegenschall, meist in Kopfhörern

Siehe auch:

Literaturhinweise:

  • DIN 18041: „Hörsamkeit in Räumen: Anforderungen, Empfehlungen und Hinweise für die Planung“
  • ASR A3.7: Technische Regel für Arbeitsstätten – Lärm
  • BAuA: Forschungsbericht „Lärm im Büro“ (aktuelle Ausgabe)
  • DIN EN ISO 11654: „Akustik: Schallabsorber für die Anwendung in Gebäuden“

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