Arbeitsunfall
Definition:
Ein Arbeitsunfall ist nach § 8 SGB VII ein zeitlich begrenztes, von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis, das zu einem Gesundheitsschaden oder zum Tod führt und während einer versicherten Tätigkeit geschieht. Versichert sind nicht nur Tätigkeiten am Arbeitsplatz selbst, sondern auch der direkte Weg zwischen Wohnung und Arbeit (Wegeunfall, § 8 Abs. 2 SGB VII).
Arbeitsunfälle werden in Deutschland von den Berufsgenossenschaften und Unfallkassen (zusammengefasst in der DGUV) reguliert. Die DGUV zählt jedes Jahr rund 800.000 meldepflichtige Arbeitsunfälle, also solche mit mehr als drei Tagen Arbeitsunfähigkeit (§ 193 SGB VII).
Typische Ursachen im Büro:
- Stürze auf ebener Fläche (Stolperkanten, Teppichränder, Kabel)
- Stöße an Möbelkanten, eingeklemmte Finger in Schubladen
- Schnittverletzungen an Papier, Aktenvernichtern, Cutter
- Verbrennungen in Küchen (Kaffeemaschine, Wasserkocher)
- Stürze von Leitern bei Regalarbeit
- Psychische Belastung durch Konflikte oder Überforderung
Pflichten nach einem Unfall:
- Erste Hilfe leisten, Rettungsdienst rufen bei Bedarf
- Unfall im Verbandbuch dokumentieren (jeder Unfall, auch kleine)
- Meldung an die Berufsgenossenschaft bei mehr als 3 Tagen Ausfall (§ 193 SGB VII)
- Interne Unfalluntersuchung zur Ursachenanalyse
- Gefährdungsbeurteilung aktualisieren und Maßnahmen ableiten
Leistungen der Unfallversicherung:
- Heilbehandlung und Rehabilitation
- Verletztengeld als Lohnersatz (80 % Regelentgelt, max. 90 % Nettoentgelt)
- Berufliche Wiedereingliederung
- Renten bei bleibender Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE)
- Hinterbliebenenleistungen bei tödlichem Unfall
Relevanz im Arbeitsalltag:
Im Büro wirkt der Begriff selbstverständlicher als er ist. Stürze auf ebener Fläche gehören zu den häufigsten Arbeitsunfällen überhaupt und entstehen meist durch Kabel, lose Teppiche und zugestellte Laufwege. Wer die Gestaltung der Räume mitdenkt, verhindert einen Großteil dieser Fälle. Eine durchdachte Büroplanung zieht Kabel in Bodentanks oder Brüstungskanäle und hält Laufwege frei.
Ergonomische Ausstattung reduziert daneben chronische Beschwerden, die zwar keine klassischen Unfälle sind, aber ähnliche Ausfallzeiten erzeugen. Ein passender ergonomischer Bürostuhl ist die einfachste Präventionsmaßnahme gegen Muskel-Skelett-Beschwerden.
Synonyme:
- Betriebsunfall
- Arbeitsplatzunfall
- Work Accident
Abgrenzung zu:
- Wegeunfall: Unterform des Arbeitsunfalls auf dem direkten Arbeitsweg
- Berufskrankheit: durch Arbeit verursachte Erkrankung, ebenfalls über DGUV
- Freizeitunfall: nicht versichert über Unfallversicherung
Siehe auch:
- Gefährdungsbeurteilung
- Arbeitsschutzgesetz
- DGUV
- Unfallverhütungsvorschriften
- Erste Hilfe
Literaturhinweise:
- SGB VII: Siebtes Sozialgesetzbuch – Gesetzliche Unfallversicherung
- DGUV: Unfallstatistik und Präventionsberichte (jährlich)
- BAuA: Berichte zu Arbeitsunfällen und Prävention
Anfrage
Du bist bis hier runter gescrollt. Respekt, das Thema Arbeitsunfall schaffen nicht viele. 😉
Wenn der Artikel Fragen bei dir aufgeworfen hat, du dein Büro oder deine IT neu denken willst oder dir einfach eine Idee für eine Zusammenarbeit im Kopf rumschwirrt: Schreib mir.
Was typischerweise bei mir landet:
Konkrete Fragen zum Thema, zu Prozessen oder zur Büroausstattung
Anfragen zu Planung, Umzug oder Umbau von Büroflächen im ganzen DACH-Raum
Einladungen zu Podcasts, Interviews oder gemeinsamen Projekten
Ich beiße nicht, schick dir auch keine PDF mit 24 Folien zurück. Ein kurzer Austausch reicht, um zu sehen, ob wir zusammen weiterkommen. Kaffee gibt’s, wenn wir uns sehen.

