Metall- und Kunststoffmöbel

Metall- und Kunststoffmöbel sind Büromöbel, deren Korpus, Gestell oder Sitzschale überwiegend aus Stahl, Aluminium oder Kunststoff besteht. Sie dominieren bestimmte Möbelkategorien wie Aktenschränke, Garderoben, Spinde, Schreibtischgestelle, Konferenzstühle und Outdoor-Möbel. Ihr Vorteil ist Robustheit, Hygiene und Pflegeleichtigkeit; im Gegenzug brauchen sie eine durchdachte Akustikplanung, da harte Oberflächen Schall reflektieren. In Bürobetrieben werden sie meist mit Holz- und Polsterelementen kombiniert, um Funktion und Wohlbefinden in Balance zu halten.

Definition und Materialien

Im Möbelhandel werden Metall- und Kunststoffmöbel nach ihrem dominierenden Material unterschieden, oft kombiniert. Maßgebliche Normen sind DIN EN 16121 (Stauraumelemente, nicht häuslich), DIN EN 14073 (Aktenschränke), DIN EN 16139 (Sitzmöbel) und die Brandschutzklassen nach DIN EN 13501. Bei Sitzschalen aus Kunststoff werden Polypropylen, Polyamid oder Polyethylen verwendet, oft mit Glasfaserverstärkung. Bei Metallmöbeln dominieren Stahlblech (pulverbeschichtet) und Aluminium (eloxiert oder lackiert).

Typische Metall- und Kunststoffmöbel AktenschrankStahlblech, abschließbar,feuerresistent Spind / Garderoberobust, hygienisch,leicht zu reinigen TischgestellStahl, höhenverstellbar,stabil KonferenzstuhlKunststoffschale,stapelbar Lagerregalverzinkter Stahl,hoch belastbar WerkstatttischStahl, hohe Lasten,unempfindlich Outdoor-Möbelwitterungsfest DesignstühlePolypropylen, modern
Acht typische Anwendungsfelder, in denen Metall und Kunststoff im Büro dominieren.

Vorteile und Grenzen

  • Robustheit: hohe mechanische Belastbarkeit, lange Lebensdauer, oft 10 bis 20 Jahre.
  • Hygiene: glatte Oberflächen, leicht zu reinigen, wichtig in Sanitärbereichen und Werkstätten.
  • Brandschutz: Stahlmöbel sind nicht brennbar, Kunststoffmöbel brauchen flammhemmende Ausrüstung.
  • Recycling: Metall ist hervorragend recycelbar, Kunststoff je nach Sorte unterschiedlich.
  • Akustik: Nachteil, da harte Oberflächen Schall reflektieren, was Akustikmaßnahmen erfordert.
  • Wahrnehmung: wirken funktional und nüchtern, weniger warm als Holzmöbel.

Aktenschränke und Sicherheitsstufen

Stahlblech-Aktenschränke werden in Sicherheitsstufen nach DIN EN 1143-1 (Wertschutzschränke) und DIN EN 14450 (Sicherheitsschränke) eingeordnet. Für vertrauliche Dokumente reichen Schränke mit GS-Prüfung und Mehrpunktverriegelung, für Bargeld oder hochsensible Daten kommen geprüfte Wertschutzschränke der Klassen 0 bis 6 zum Einsatz. Brandgeschützte Schränke (Feuerschutz nach DIN 4102) schützen Papierdokumente und Datenträger im Brandfall. Hochwertige Aktenschränke aus Stahl sind für viele Mittelständler die langfristig wirtschaftlichste Lösung.

Akustik und Materialmix

Reiner Metall- oder Kunststoffeinsatz erzeugt schnell hallige Räume, weil Schall an glatten Oberflächen reflektiert wird. In offenen Bürolayouts kombiniert man daher Stahlmöbel mit schalldämpfenden Elementen wie Akustikpaneelen, Polstermöbeln und Stoffvorhängen. Eine durchdachte Büroplanung achtet auf einen ausgewogenen Materialmix, der Funktion, Akustik und Wohlbefinden zusammen denkt.

Nachhaltigkeit

Nachhaltige Möbel haben hohe Recyclinganteile, langlebige Beschichtungen, ersetzbare Komponenten und Rücknahmesysteme. Stahlmöbel haben oft Recyclinganteile von 70 Prozent und mehr und sind selbst zu nahezu 100 Prozent recycelbar. Bei Kunststoffmöbeln lohnt der Blick auf Materialsorten und Zertifikate wie Cradle to Cradle, Blauer Engel oder Greenguard. Die EU-Verordnung über umweltgerechte Gestaltung (Ökodesign) erweitert ab 2025 die Anforderungen für viele Produktgruppen.

Synonyme

Stahlmöbel, Aluminiummöbel, Kunststoffmöbel, Metal Furniture, Plastic Office Furniture. Im engeren Sinn werden Metall- und Kunststoffmöbel oft getrennt, im weiteren Sinn als Familie nicht-holzbasierter Möbel zusammengefasst.

Abgrenzung zu

  • Holzmöbel: warmer Charakter, akustisch günstig, aber empfindlicher.
  • Polstermöbel: komfortabel, akustisch hervorragend, höherer Pflegeaufwand.
  • Glasmöbel: repräsentativ, akustisch ungünstig.
  • Hybridmöbel: Kombination mehrerer Materialien, oft die beste Wahl.

Siehe auch

Literaturhinweise

  • DIN EN 16121: Stauraumelemente für nicht-häusliche Anwendungen.
  • DIN EN 14073: Büromöbel, Aktenschränke.
  • DIN EN 16139: Möbel, Festigkeit, Dauerhaltbarkeit und Sicherheit, nicht-häusliche Sitzmöbel.
  • DIN EN 1143-1: Wertschutzschränke, Anforderungen.
  • DIN EN 14450: Sicherheitsschränke, Anforderungen.
  • Quality Office, Verband bso.
« Alle Begriffe im Unternehmenslexikon anzeigen