Ambientebeleuchtung

Definition:

Ambientebeleuchtung, im Deutschen auch Raum- oder Grundbeleuchtung genannt, ist die flächig wirkende Basisbeleuchtung eines Raums. Sie sorgt für eine gleichmäßige, blendfreie Helligkeit und schafft die Atmosphäre, vor deren Hintergrund dann Arbeitsplatz- und Akzentbeleuchtung wirken. Typische Lichtquellen sind Deckenleuchten, Einbau-Downlights, indirekte Wandleuchten und LED-Paneele.

In der Beleuchtungsplanung unterscheidet man drei Ebenen: Ambient-, Task- und Accent-Licht. Erst das Zusammenspiel ergibt ein stimmiges Lichtkonzept. Relevante Normen in Deutschland sind die DIN EN 12464-1 (Licht und Beleuchtung: Beleuchtung von Arbeitsstätten) und die ASR A3.4 (Technische Regel für Arbeitsstätten: Beleuchtung).

Die drei Beleuchtungsebenen im Büro Die drei Ebenen einer durchdachten Büroleuchtung: Ambient Light als Grundbeleuchtung, Task Light als Arbeitsplatzleuchte und Accent Light als Akzentbeleuchtung. Die 3 Ebenen der Beleuchtung AMBIENT LIGHTGrundbeleuchtungFlächig, gleichmäßig,meist von der Deckeca. 300 bis 500 Lux TASK LIGHTArbeitsplatzleuchtePunktgenau aufdie Arbeitsflächemindestens 500 Lux ACCENT LIGHTAkzentbeleuchtungBetont Objekte,Kunst, Pflanzen3x Ambient-Stärke Gutes Lichtkonzept kombiniert alle drei Ebenen nach DIN EN 12464-1.
Drei Ebenen, die sich zu einem stimmigen Lichtkonzept ergänzen.

Die drei Beleuchtungsebenen:

  • Ambient Light: Grundhelligkeit im Raum, meist von der Decke oder großflächig indirekt
  • Task Light: Arbeitsplatzbezogene Beleuchtung wie Schreibtischleuchte, gezielt auf die Fläche gerichtet
  • Accent Light: Akzentleuchten, die Objekte betonen (Kunst, Pflanzen, Wände)
Lichtanforderungen am Bildschirmarbeitsplatz nach ASR A3.4 Die fünf wichtigsten Mindestanforderungen an Büroleuchtung nach ASR A3.4: Beleuchtungsstärke, Farbtemperatur, Farbwiedergabe, Blendung und Flickerfreiheit. Anforderungen nach ASR A3.4 Mindestwerte für Bildschirmarbeitsplätze 500 Lux auf der Arbeitsfläche300 Lux im unmittelbaren Umgebungsbereich 3000 bis 5000 KelvinNeutralweiß, dimmbar für Human Centric Lighting Farbwiedergabe Ra ≥ 80Ra 90+ bei Design- und Gesundheitsberufen UGR < 19 (Blendungsbegrenzung)Unified Glare Rating am Bildschirmarbeitsplatz Flickerfreie LED-VorschaltgeräteReduziert Kopfschmerzen und Augenermüdung Grundlage: DIN EN 12464-1, ASR A3.4 und BAuA-Handlungshilfen zur Bildschirmarbeit.
Fünf Pflicht-Kennwerte für eine normgerechte Büroleuchtung.

Anforderungen am Arbeitsplatz:

Die ASR A3.4 nennt konkrete Mindestwerte für Bildschirmarbeitsplätze:

  • Beleuchtungsstärke: mindestens 500 Lux auf der Arbeitsfläche, 300 Lux im unmittelbaren Umgebungsbereich
  • Farbtemperatur: 3000 bis 5000 Kelvin (neutralweiß), warmweißer im Lounge-Bereich, kühler bei konzentrierter Einzelarbeit
  • Farbwiedergabeindex (CRI/Ra): mindestens Ra 80, in Design- und Gesundheitsbereichen Ra 90 oder höher
  • UGR-Wert (Unified Glare Rating): unter 19 an Bildschirmarbeitsplätzen, um Blendung zu begrenzen
  • Flickerfrei: Wichtige Eigenschaft moderner LED-Leuchten, schlechte Vorschaltgeräte führen zu Kopfschmerzen

Human Centric Lighting (HCL):

Moderne Lichtsysteme passen Farbtemperatur und Helligkeit im Tagesverlauf an. Morgens kühles, aktivierendes Licht (ca. 5000 K), abends warmes, entspannendes Licht (ca. 2700 bis 3000 K). Studien der Technischen Universität Berlin und der Lichttechnischen Gesellschaft zeigen, dass HCL die Konzentrationsfähigkeit erhöht und Schlafstörungen bei Schichtarbeitenden reduziert. Für Büros mit langen Arbeitstagen und wenig Tageslicht ist das kein Luxus, sondern Gesundheitsschutz.

Planung und Praxis:

  • Ambient-Licht gleichmäßig im Raum verteilen (Abstand zwischen Leuchten max. das 1,5-fache der Raumhöhe)
  • Nicht auf nur eine Lichtquelle setzen: Decken-Downlights allein erzeugen harte Schatten
  • Schreibtisch quer zum Fenster (nicht frontal, nicht mit Rücken zum Fenster): vermeidet Gegenlicht und Reflexionen
  • Dimmbarkeit einplanen: Anforderungen ändern sich mit Tageszeit und Nutzer
  • DALI- oder KNX-Anbindung bei größeren Flächen: ermöglicht Szenen und Tageslichtsteuerung

Relevanz im Arbeitsalltag:

Ambientebeleuchtung ist der stille Produktivitäts-Faktor: Wer in einem schlecht ausgeleuchteten Raum arbeitet, wird schneller müde, macht mehr Fehler und schaut öfter auf die Uhr. Gute Grundbeleuchtung kostet im Vergleich zu Personalkosten wenig, wirkt aber direkt auf Arbeitsqualität, Stimmung und Aufenthaltsdauer.

Die Abstimmung von Licht, Raumgeometrie und Möbeln gehört in die frühe Büroplanung. Wer Möbel stellt, ohne den Lichteinfall mitzuplanen, hat später Schatten auf Schreibtischen oder Reflexe auf Bildschirmen. Passende Leuchten und Beleuchtungslösungen gibt es im Shop unter Büro-Beleuchtung.

Synonyme:

  • Raumbeleuchtung
  • Grundbeleuchtung
  • Allgemeinbeleuchtung
  • Ambient Lighting (englisch)

Abgrenzung zu:

  • Task Light: punktgenaue Arbeitsbeleuchtung (Schreibtischleuchte)
  • Akzentbeleuchtung: betont einzelne Objekte, nicht flächig
  • Notbeleuchtung: vorgeschriebene Beleuchtung für Flucht- und Rettungswege (DIN EN 1838)
  • Außenbeleuchtung: Fassade, Parkplatz, Außenflächen

Siehe auch:

Literaturhinweise:

  • DIN EN 12464-1: „Licht und Beleuchtung: Beleuchtung von Arbeitsstätten“
  • ASR A3.4: Technische Regel für Arbeitsstätten: Beleuchtung
  • Lichttechnische Gesellschaft (LiTG): Leitfäden zum Human Centric Lighting

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