Besprechungsstühle
Besprechungsstühle sind Sitzmöbel, die speziell für den Einsatz an Konferenz-, Meeting- und Besprechungstischen konzipiert sind. Sie unterscheiden sich vom klassischen Bürodrehstuhl durch ihre schlankere Bauweise, die feststehende oder begrenzt bewegliche Mechanik und den repräsentativeren Charakter. Typische Einsatzorte sind Besprechungsräume, Konferenzbereiche, Chefbüros, Schulungszentren und Seminarflächen.
Qualitativ hochwertige Besprechungsstühle halten sich an die einschlägigen Normen DIN EN 16139 (Sitzmöbel in der Nutzungsart „allgemeiner Bereich“), DIN EN 1022 (Standsicherheit) und die Prüfanforderungen des GS-Zeichens. Hersteller wie Wilkhahn, Sedus, Brunner, Dauphin, Vitra oder Steelcase bieten typenspezifische Modellreihen an, die sich optisch und funktional in die Büromöbellandschaft einfügen.
Typen von Besprechungsstühlen:
Die Bauform entscheidet maßgeblich über Komfort, Raumwirkung und Einsatzmöglichkeit. Vier Grundtypen dominieren den Markt für Besprechungs- und Konferenzbestuhlung.
Freischwinger: Zweibeinige oder kufenbasierte Gestelle, die durch die Materialelastizität eine leicht federnde Sitzmechanik ergeben. Klassiker der Konferenzraum-Einrichtung, repräsentativ und mechanisch einfach. Der Wilkhahn 232 und der Brunner Finasit sind prägende Vertreter.
Armlehnstuhl: Mit festen oder integrierten Armlehnen, erhöht den Sitzkomfort bei Meetings ab rund 45 Minuten Dauer spürbar. Ideal für Kundengespräche, Vorstandssitzungen und längere Workshops. Der Anschaffungspreis liegt typischerweise 30 bis 50 Prozent über dem eines vergleichbaren Freischwingers.
Konferenzsessel: Die repräsentativste Variante mit Drehfunktion, Synchronmechanik und häufig Lederbezug. Einsatzorte sind Vorstandsetagen, Chefbüros und hochwertige Meetingräume. Preislich beginnen Konferenzsessel meist ab 800 Euro, hochwertige Modelle liegen im vierstelligen Bereich.
Reihen- und Stapelstühle: Für Seminarräume, Schulungen, Events und temporäre Bestuhlung. Meist stapelbar (5 bis 10 Stück hoch), reihenverbindbar und mit integrierter Schreibtablarablage. Der klassische Einsatzfall ist der Mehrzweckraum, der tagsüber als Schulungsfläche und abends für Veranstaltungen dient.
Auswahlkriterien im Überblick:
Die Auswahl von Besprechungsstühlen folgt einer überschaubaren Liste von Kriterien, die sich je nach Einsatzzweck unterschiedlich gewichten lassen.
Materialien und Verarbeitung:
Besprechungsstühle leben von der Wahl des Bezugsmaterials. Stoffbezüge nach EN 1021 (Zigarettenglut-, Streichholzprüfung) sind im Büroumfeld Standard, Lederbezüge werten den Raum repräsentativ auf, sind aber teurer im Unterhalt. Kunststoffschalen mit gepolstertem Sitz verbinden leichte Reinigung mit moderatem Komfort und eignen sich besonders für Schulungs- und Schulungszentren. Bei den Gestellen dominieren verchromte oder lackierte Stahlrohre, hochwertige Varianten setzen auf Aluminium-Druckguss oder gebogenes Schichtholz.
Praxisbezug KMU:
Im Mittelstand werden Besprechungsstühle oft stiefmütterlich behandelt. Der Chefstuhl bekommt Aufmerksamkeit, die Besprechungsbestuhlung ist dagegen häufig ein Rest aus einer früheren Einrichtungswelle. Das rächt sich bei wichtigen Terminen: Ein wackelnder Stuhl, ein abgewetzter Bezug oder eine unbequeme Sitzhöhe prägen den Eindruck stärker als viele Präsentationsfolien. Ein durchdachtes Konzept, das alle Stühle im Besprechungsbereich aufeinander abstimmt, kostet wenig mehr als ein Sammelsurium und wirkt deutlich professioneller.
Relevanz im Arbeitsalltag:
Die Sitzqualität im Besprechungsraum wirkt sich direkt auf Dauer, Konzentration und Ergebnisqualität der Meetings aus. Studien des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) zeigen, dass ergonomisch passende Sitzmöbel die Konzentrationsleistung in längeren Sitzungen messbar erhöhen. Eine passende Auswahl aus dem Sortiment der Konferenz- und Besprechungsmöbel zahlt sich daher doppelt aus: als Signal nach außen und als Arbeitsmittel nach innen. Noch wirkungsvoller wird es, wenn die Stuhlauswahl Teil einer abgestimmten Büroplanung ist, die Raumgröße, Nutzungsszenarien und Akustik gemeinsam betrachtet.
Synonyme:
- Konferenzstuhl
- Meetingstuhl
- Beratungsstuhl
- Konferenzsessel
- Freischwinger
Abgrenzung zu:
- Bürostuhl (Drehstuhl): für den Arbeitsplatz ausgelegt, mit Synchronmechanik und höhenverstellbar. Besprechungsstühle sind meist nicht oder nur begrenzt höhenverstellbar.
- Besucherstuhl: für den Empfangsbereich oder Gästebesuche gedacht, oft mit schlichterer Ausstattung. Besprechungsstühle sind für Teilnehmer aktiver Arbeitsrunden gebaut.
- Loungemöbel: für informelle Gesprächszonen, mit geringerer Sitzhöhe und weicheren Polstern. Besprechungsstühle sind tischtauglich (Sitzhöhe 44-48 cm).
- Reihenstuhl / Seminarstuhl: Sonderform des Besprechungsstuhls mit Reihenverbindung. Einsatz vor allem bei größeren Veranstaltungen.
Siehe auch:
- Bürostuhl
- Besucherstühle
- Konferenzmöbel
- Ergonomie
- DIN EN 1335 (Bürodrehstühle)
Literaturhinweise:
- DIN EN 16139: Möbel. Festigkeit, Dauerhaltbarkeit und Sicherheit. Anforderungen an Sitzmöbel in der Nutzungsart allgemeiner Bereich.
- DIN EN 1022: Möbel. Sitzmöbel. Bestimmung der Standsicherheit.
- Quality Office-Initiative: Qualitätskriterien für Büro- und Konferenzmöbel, herausgegeben vom Industrieverband Büro und Arbeitswelt (IBA).
- Fraunhofer IAO: Office Analytics, Studien zu Arbeitswelten und Meetingraum-Konzepten.
- bvbm: Bundesverband der Büromöbelindustrie, Marktdaten und Produktstandards.
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