Besucherstühle

Besucherstühle sind Sitzmöbel, die im Empfangs-, Warte- oder Kundenbereich eines Unternehmens zum Einsatz kommen. Sie dienen Gästen, Geschäftspartnern, Bewerbern und Lieferanten als kurzer Sitzplatz während der Wartezeit oder als Beistuhl bei Gesprächsterminen. Die Einsatzdauer liegt typischerweise zwischen wenigen Minuten und einer halben Stunde, weshalb Besucherstühle eher auf Repräsentation als auf achtstündige Ergonomie ausgelegt sind.

Im engeren Sinn sind Besucherstühle Sitzmöbel ohne Höhenverstellung und ohne Synchronmechanik, fest stehend oder als Kufenstuhl ausgeführt. In der breiten Produktfamilie wird auch der klassische Freischwinger zu den Besucherstühlen gezählt, ebenso wie gepolsterte Sessel in Loungeform. Die einschlägigen Normen sind DIN EN 16139 (Sitzmöbel allgemeiner Bereich), DIN EN 1022 (Standsicherheit) und bei gepolsterten Varianten EN 1021 zur Brandverhalten der Bezüge.

Vier Typen von Besucherstühlen Kachel-Grid zeigt die gängigsten Varianten: Kufenstuhl, Freischwinger, Polstersessel und Stapel-/Reihenstuhl. Typen von Besucherstühlen vom Empfang bis zum Wartebereich KUFENSTUHLVier Kufenstandfest, klassisch,mechanisch einfach FREISCHWINGERFedernder SitzKufenrohr schwingt,repräsentativ POLSTERSESSELSessel / LoungeWartezonen, Empfang,hoher Sitzkomfort STAPELBARStapel-/ReihenstuhlVeranstaltungen,mobil einsetzbar Typische Sitzhöhe 44-46 cm, ohne Höhenverstellung, meist nicht drehbar.
Die vier Grundtypen von Besucherstühlen je nach Einsatzort.

Typen und Einsatzbereiche:

Die Auswahl hängt stärker vom Einsatzort ab als bei Bürostühlen. Ein Empfangsbereich braucht andere Sitzmöbel als der Wartebereich einer Praxis oder der Beistuhl in einem Beratungsbüro.

Kufenstuhl: vierbeiniges Rohr- oder Kufengestell, klassisch und standfest. Einsatzfelder sind Beratungsbüros, Arztpraxen, Werkstattbüros. Robust und preiswert, deckt den Bereich 150 bis 400 Euro ab.

Freischwinger: elegantes Kufenrohr, das beim Sitzen leicht federt. Repräsentativer Klassiker, der seit den 1920er Jahren (Marcel Breuer, Mart Stam) die moderne Bürokultur prägt. Für Chefbüros, hochwertige Empfangsbereiche und Konferenzräume.

Polstersessel und Lounge: gepolstert, mit Rückenlehne und häufig Armlehnen. Einsatzbereich ist die zentrale Wartezone oder der Foyerbereich. Komfort steht im Vordergrund, die Sitzdauer kann bis zu einer Stunde betragen, ohne dass der Sitzkomfort leidet.

Stapel- und Reihenstuhl: platzsparend lagerbar und reihenverbindbar für Veranstaltungen, Schulungen oder temporäre Wartesituationen. Hohe Robustheit, meist ohne Polster oder mit leichter Polsterung.

Auswahlkriterien:

Die Auswahl orientiert sich an Einsatzdauer, Raumwirkung und Pflegeaufwand. Fünf Punkte lohnen die Klärung vor dem Kauf.

  • Sitzdauer: unter 10 Minuten reicht ein einfacher Kufenstuhl, bei 30 Minuten und mehr sind Polstervarianten angenehmer.
  • Raumwirkung: der Besucherstuhl ist oft der erste Eindruck des Unternehmens. Abstimmung auf Empfangstheke, Boden und Farbkonzept lohnt sich.
  • Pflegeaufwand: Kunstleder und beschichtete Textilien lassen sich leicht reinigen, echte Stoffbezüge sind edler, aber anfälliger für Flecken.
  • Flexibilität: wer den Raum gelegentlich umnutzt (Workshop, Schulung), profitiert von stapelbaren Modellen.
  • Normen und Garantie: DIN EN 16139 als Mindeststandard, fünf Jahre Herstellergarantie als Benchmark.

Besucherstuhl vs. Bürodrehstuhl:

Beide Stuhltypen teilen das Grundprinzip Sitzmöbel fürs Büro, haben aber unterschiedliche Anforderungsprofile. Wer Besucherstühle am Arbeitsplatz einsetzt oder umgekehrt, verschenkt Komfort, Sicherheit und Geld.

Besucherstuhl und Bürodrehstuhl im Vergleich Vergleich der beiden Sitzmöbeltypen mit Einsatzbereich, Mechanik, Ergonomie, Sitzdauer und Preisbereich. Besucherstuhl vs. Bürodrehstuhl VS BESUCHERSTUHLkurze Nutzung • Sitzdauer < 30 Minuten • keine Höhenverstellung • feststehend oder Kufen • Fokus Repräsentation • DIN EN 16139 • 150-600 Euro • Empfang, Beratung BÜRODREHSTUHLArbeitsplatz • Sitzdauer 4-8 Stunden • höhenverstellbar • Synchronmechanik, Rollen • Fokus Ergonomie • DIN EN 1335 • 250-1.500+ Euro • Arbeitsplatz
Beide Stuhltypen verfolgen unterschiedliche Zielgrößen und sollten nicht austauschbar eingesetzt werden.

Relevanz im Arbeitsalltag:

Der Besucherstuhl steht an der Schnittstelle zwischen Arbeitswelt und Außenwelt. Wer über eine neue Küche, einen neuen Handwerker oder einen neuen Geschäftspartner nachdenkt, tut das häufig auf einem Besucherstuhl, während er wartet oder beraten wird. Das Sitzmöbel sendet still ein Signal zur Wertigkeit der Firma. Eine durchdachte Auswahl aus dem Sortiment der Empfangs- und Besuchermöbel gepaart mit einer klaren Büroplanung, die Wartebereich, Empfang und Beratungsinsel sauber trennt, hebt den Eindruck oft mehr als eine neue Fassade.

Synonyme:

  • Gästestuhl
  • Empfangsstuhl
  • Beistuhl
  • Kufenstuhl
  • Wartestuhl

Abgrenzung zu:

  • Bürostuhl: für achtstündige Arbeit konzipiert, mit Synchronmechanik und Höhenverstellung. Besucherstühle sind kurzzeittauglich.
  • Besprechungsstuhl: für Arbeits- und Konferenzrunden am Tisch. Besucherstühle stehen eher frei im Empfangsbereich.
  • Loungesessel: mit deutlich tieferem Sitz und weicher Polsterung für informelle Zonen. Besucherstühle sind tischtauglich (Sitzhöhe 44-46 cm).
  • Stapelstuhl: spezialisiert auf mobile Nutzung und Lagerung. Besucherstühle stehen meist dauerhaft im Raum.

Siehe auch:

Literaturhinweise:

  • DIN EN 16139: Möbel. Festigkeit, Dauerhaltbarkeit und Sicherheit. Anforderungen an Sitzmöbel in der Nutzungsart allgemeiner Bereich.
  • DIN EN 1022: Möbel. Sitzmöbel. Bestimmung der Standsicherheit.
  • DIN EN 1021-1/2: Möbel. Bewertung der Entzündbarkeit von Polstermöbeln.
  • Industrieverband Büro und Arbeitswelt (IBA): Qualitätsrichtlinien für Empfangs- und Besuchermöbel.
  • Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort „Sitzmöbel, Büro“.

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