Eckschreibtische
Eckschreibtische sind Schreibtische mit winkelförmiger Arbeitsfläche, die in eine Raumecke gestellt werden. Sie nutzen eine Stellfläche aus, die bei klassischen rechteckigen Tischen oft brach liegt, und schaffen so deutlich mehr Arbeitsfläche bei gleicher Bürofläche. Klassische Bauformen sind L-, U- und Winkelschreibtische, jeweils in unterschiedlichen Größen und Materialien.
Im Vergleich zu einem geraden Schreibtisch von 160 mal 80 Zentimetern bietet ein L-Schreibtisch mit 200 mal 200 Zentimetern Eckmaß rund 80 Prozent mehr Ablagefläche, beansprucht aber nur eine vorher meist ungenutzte Ecke. Das macht Eckschreibtische besonders interessant für Homeoffice-Räume mit knappem Platz, für Sachbearbeitungsplätze mit viel Papier und für Arbeitsplätze mit zwei oder drei Monitoren.
Wann sich ein Eckschreibtisch lohnt:
- Arbeitsplätze mit zwei oder drei Monitoren, die alle gut im Blickfeld liegen sollen
- Sachbearbeitung mit viel Papier, das parallel ausgebreitet werden muss
- Homeoffice in kleineren Zimmern, in denen die Ecke der einzige sinnvolle Stellplatz ist
- Doppelarbeitsplätze, an denen zwei Personen über Eck zusammenarbeiten
- Räume mit Schräge oder Erker, in denen rechteckige Tische schlecht passen
Ergonomische Aspekte:
Ein guter Eckschreibtisch erfüllt dieselben Anforderungen wie jeder Büroarbeitsplatz. Die Tischhöhe sollte zwischen 65 und 85 Zentimetern liegen, idealerweise höhenverstellbar zwischen 65 und 125 Zentimetern für den Wechsel zwischen Sitzen und Stehen. Die Hauptarbeitsfläche muss mindestens 80 Zentimeter tief sein, der Sehabstand zum Monitor 50 bis 70 Zentimeter betragen. Die Sitzposition liegt klassisch in der Innenseite der Ecke, sodass der Nutzer die Arme entspannt nach links und rechts ablegen kann. Bei der Winkel-Variante ist die Vorderkante leicht geschwungen, was die Reichweite zur Tastatur und zur Maus verkürzt.
Materialien und Ausstattung:
- Tischplatten: beschichtete Spanplatten in Holz- oder Unidekoren, Echtholz, Glas oder HPL-beschichtete Compactplatten für hohe Belastbarkeit.
- Untergestelle: T-Fuß, C-Fuß, vier Beine oder Wangen, jeweils in Stahl oder Aluminium.
- Kabelmanagement: integrierte Kabelwannen, Kabeldurchlässe an strategischen Stellen, herausnehmbare Tülle in der Ecke.
- Höhenverstellung: manuell per Kurbel oder elektrisch per Motor, bei Eckschreibtischen meist mit zwei oder drei Säulen.
- Anbauten: Sideboards, Rollcontainer, Aufsatz-Trennwände als optische und akustische Abgrenzung.
Eckschreibtische im Mittelstand:
Im klassischen Großraum sind Eckschreibtische seltener geworden, weil dort flexible, gerade Tischreihen leichter umzustellen sind. Im Mittelstand mit Einzel- und Zweipersonen-Büros sind sie dagegen die natürliche Wahl, vor allem in Funktionsbereichen wie Buchhaltung, Auftragsbearbeitung, technischer Zeichnung oder Disposition. Bei Neuanschaffungen lohnt sich ein Blick auf höhenverstellbare Modelle, weil das Sitzen-Stehen-Wechseln gerade an Plätzen mit langer Bildschirmzeit spürbar entlastet.
Synonyme:
- L-Schreibtisch
- Winkelschreibtisch
- Ecktisch
- Eckkombination
Abgrenzung zu:
- Schreibtisch (gerade): rechteckige Arbeitsfläche, weniger Platz aber flexibler im Raum aufstellbar.
- Konferenztisch: meist deutlich größer und für mehrere Personen ausgelegt, keine Eckform.
- Computertisch: historisch enger Begriff für PC-Arbeitsplätze mit integrierten Halterungen, heute kaum noch unterschieden.
- Bench-Arbeitsplätze: lange gerade Tischreihen für mehrere Personen, dominieren in modernen Großraumbüros.
Siehe auch:
- Computertisch
- Computerarbeitsplatz
- Bürostuhl
- DGUV
- Bürogestaltung
Literaturhinweise:
- DGUV Information 215-410: „Bildschirm- und Büroarbeitsplätze. Leitfaden für die Gestaltung“, aktuelle Auflage.
- DIN EN 527-1 bis 527-3: „Büromöbel – Büro-Arbeitstische“, Anforderungen an Maße, Sicherheit und Stabilität.
- Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) und Anhang Ziff. 6 zu Bildschirmarbeitsplätzen.
