Regalsysteme
Regalsysteme sind modulare Stauraummöbel mit offenen oder teilweise geschlossenen Fächern. Sie kommen im Büro, Lager, Archiv und Showroom zum Einsatz und sind eines der vielseitigsten Möbelfamilien. Vom kleinen Aktenregal bis zum hochbelastbaren Lagerregal mit mehreren Tonnen Tragkraft reicht das Spektrum. Im Bürokontext sind Regalsysteme häufig Teil des Stauraums neben Aktenschränken, Sideboards und Containern, sie übernehmen Aufgaben wie Aktenablage, Bibliothek, Materiallagerung und Präsentation.
Definition und Bauarten
Maßgebliche Normen sind DIN EN 16121 (Stauraumelemente, nicht häuslich), DIN EN 14073 (Aktenregale und -schränke) sowie DIN EN 15512, 15620 und 15635 für Lager- und Schwerlastregale. Im Möbelmarkt unterscheidet man Standregale, Anbauregale, Hängeregale, Modulregale, Schwerlastregale und Schubladenregale. Wichtige Auswahlfaktoren sind Tragkraft pro Fachboden, Fachbreite, Tiefe, Höhenraster und Brandschutzklasse nach DIN EN 13501.
Auswahlkriterien
- Tragkraft: Fachboden- und Feldlast je nach Einsatz.
- Material: Stahl (robust, hygienisch), Holzwerkstoffe (warm, akustisch).
- Maße: Höhe, Tiefe, Breite je nach Inhalt (Ordner, Bücher, Kartons).
- Erweiterbarkeit: Modulsystem mit Anbauelementen.
- Brandschutz: Klasse nach DIN EN 13501, vor allem in Archiv und Lager.
- Standsicherheit: Wandbefestigung, Kippschutz nach DGUV Regel 108-007.
- Akustik und Optik: offene Regale wirken halliger als geschlossene Schränke.
Sicherheit und DGUV
Insbesondere Schwerlast- und Lagerregale unterliegen der jährlichen Inspektion durch eine befähigte Person nach DGUV Regel 108-007 und DIN EN 15635. Pflichten umfassen Standsicherheit, Beladegrenzen, Anfahrschutz und Schadensdokumentation. Im normalen Bürokontext ist die Sicherheit unkritisch, ab gewissen Lasten (etwa Aktenstapel) sollten Wandverankerungen und Kippschutz konsequent eingesetzt werden.
Stauraum und Büroplanung
Regalsysteme prägen das Bürobild stark. Offene Regale wirken einladend, sind akustisch aber lebhafter, geschlossene Schränke ruhiger und ordentlicher. Eine durchdachte Büroplanung kombiniert beide Welten und plant Stauraum entlang der Tätigkeiten und Sichtachsen. Für die konkreten Möbel lohnt der Blick in Stauraum-Lösungen mit Aktenschränken und Regalen.
Synonyme
Regale, Stauraummöbel, Modulregale, Shelving Systems. Im engeren Sinn sind Regalsysteme modulare Aufbauten, im weiteren Sinn werden alle Regalformen so genannt.
Abgrenzung zu
- Aktenschränke: geschlossene Schränke mit Türen.
- Sideboards: niedrige Schrankmöbel, oft kombiniert mit Tischen.
- Container: Rollcontainer am Schreibtisch.
- Schwerlastregale: Spezialform für hohe Lasten und Werkstätten.
Siehe auch
- Aktenschränke
- Stauraum
- Metall- und Kunststoffmöbel
- Bürogestaltung
Literaturhinweise
- DIN EN 16121: Stauraumelemente für nicht-häusliche Anwendungen.
- DIN EN 14073: Büromöbel, Aktenschränke und -regale.
- DIN EN 15512 / 15620 / 15635: Statisch belastete Lagereinrichtungen.
- DGUV Regel 108-007: Lagereinrichtungen und -geräte.
- Quality Office, Verband bso.
