Eine saubere Büroküche klingt erstmal nach einem kleinen Thema. Bis jemand das falsche Mittagessen wegwirft, die Kaffeemaschine innen lebt oder der Kunde nach dem Fischbraten zur Bemusterung kommt. In Folge 39 sprechen Paul und Henry in der letzten Sommerfolge darüber, warum Küchenregeln im Büro nicht kleinlich sind, sondern viel mit Respekt, Verantwortung und Teamkultur zu tun haben.
Paul: Willkommen beim Büroexperte Podcast. Heute mit der letzten Sommerfolge mit Henry. Thema ist Büroküche sauber halten. Alles Weitere nach dem Intro.
Henry: Das ist so mein Lieblingsthema. Büroküche und Sauberkeit, da kann wahrscheinlich jeder ein Lied von singen.
Paul: Du meinst, das ist dein Lieblingsthema, weil du gleich das Essen von anderen Kolleginnen und Kollegen wegwirfst?
Henry: Dann können wir direkt mit den ganzen Insider-Geschichten anfangen.
Die Lasagne-Geschichte und warum Beschriften hilft
Henry: Ich habe mir mal eine Lasagne gekauft. Das ist schon ein paar Jahre her. Bei uns in der Nähe ist ein Netto, da holen sich viele in der Mittagspause etwas, und wir haben ja Mikrowelle, Backofen und Herd im Büro.
Henry: Ich hatte also eine Lasagne gekauft, die dann ein paar Tage im Kühlschrank stand. Irgendwann sehe ich sie da und denke: Oh nee, die kannst du nicht mehr essen. Also habe ich sie weggeschmissen. Blöderweise war das aber gar nicht mehr meine. Meine war schon am Tag vorher weg. Das war die Lasagne vom Kollegen, der genau die gleiche gekauft hatte und sich eigentlich noch darauf gefreut hat.
Paul: Da hat er ein schönes Thema fürs Büro: Mein Chef hat mein Essen weggeschmissen.
Henry: Ja, da habe ich auch nicht schlecht geguckt. Aber genau dagegen hilft Beschriftung. Initialen drauf, Kürzel drauf, irgendwas. Bei uns liegt inzwischen ein Edding in der Besteckschublade, damit man Verpackungen kurz markieren kann.
Paul: Und dann weiß jeder, wem es gehört.
Henry: Genau. Ansonsten gilt bei uns die Regel: Alles, was nicht beschriftet ist und abgelaufen ist, fliegt weg. Und wenn etwas nicht beschriftet ist, aber noch gut und offensichtlich für alle gedacht ist, kann es auch von der Allgemeinheit genutzt werden. Sonst steht es ewig herum und keiner fühlt sich verantwortlich.
Küchenplan oder Selbstorganisation?
Paul: Am Anfang hatten wir das tatsächlich nicht gut im Griff. Deshalb gab es bei uns irgendwann einen Küchendienst. Das ist eine Möglichkeit: Man macht einen Küchenplan, verteilt Aufgaben und sorgt dafür, dass es fair für alle bleibt.
Henry: Das funktioniert wirklich gut, wenn man es strukturiert haben möchte. Dann sind ein oder zwei Leute zuständig, und alle wissen, was in der Woche dran ist.
Paul: Bei uns hat das viele Jahre funktioniert. Schwieriger wurde es, als wir auf zwei Etagen verteilt waren. Und richtig abgebrochen ist der Küchenplan dann während Corona, weil kaum noch Leute da waren, aber natürlich trotzdem welche gegessen haben.
Henry: Aktuell ist es eher so: Jeder macht etwas, wenn es ihm auffällt. Wenn jemand etwas Verschimmeltes im Kühlschrank findet, schmeißt er es weg. Das klappt, wenn das Team mitzieht. Aber wenn es nicht klappt, braucht man wieder klarere Zuständigkeiten.
Paul: Und das ist am Ende wie zu Hause. Wenn etwas erledigt werden soll, muss klar sein, was genau gemacht wird, wer es macht und wann es gemacht wird.
Kaffeemaschine, Gerüche und die kleinen Bürodramen
Henry: Die Kaffeemaschine ist ein Riesenthema. Da muss es entweder jemanden geben, der sich verantwortlich fühlt, oder alle denken wirklich daran. Nichts ist ekliger als eine Kaffeemaschine, in die du irgendwann lieber nicht mehr reinschauen möchtest.
Paul: Ich liebe Kaffee, aber ich habe schon Kaffeemaschinen gesehen, da willst du danach keinen Kaffee mehr trinken. Da war Schimmel drin, und du denkst nur: Ich habe daraus vorher getrunken.
Henry: Deshalb: klare Verantwortlichkeiten, klare Aufgaben, sauber machen. Das ist extrem wichtig.
Paul: Und es geht nicht nur um Putzen. Wenn ihr eine Küche habt, in der gekocht wird, und jemand brät Eier, Fisch oder irgendetwas, das intensiv riecht, dann macht bitte ein Fenster auf. Gerade wenn danach Kundinnen oder Kunden zur Bemusterung kommen, ist das sonst kein besonders guter Eindruck.
Henry: Genau. Regeln helfen nicht, weil man Menschen ärgern will, sondern weil man Rücksicht nimmt. Wenn es stark riecht, wenn der Tisch nach dem Essen nicht abgewischt wird oder wenn die Kaffeemaschine kippt, merken es am Ende alle.
Wer kauft eigentlich Spülmittel, Kaffee und Vorräte nach?
Paul: Ein Punkt wird oft vergessen: Wer kümmert sich ums Nachkaufen? Wenn Spülmittel, Kaffee, Geschirrspültabs oder irgendetwas anderes leer ist, sollte es im besten Fall Verantwortliche geben.
Henry: Genau. Vielleicht eine Person, vielleicht zwei, damit nicht alles liegen bleibt, wenn jemand krank oder im Urlaub ist. Sonst steht man gerade in der Urlaubszeit da und merkt: Nichts ist mehr da.
Paul: Bei uns läuft Kaffee kostenlos für die Mitarbeitenden. Soweit ich weiß, kümmert sich die Buchhaltung oder jemand aus dem Support darum. Bestellt wird dann zum Beispiel über Rewe oder andere Lieferdienste. Andere machen eine Kaffeekasse, manche nutzen Flaschenpost, Amazon oder Shops. Möglichkeiten gibt es genug.
Henry: Wichtig ist nur, dass nicht alle denken: Irgendwer wird es schon machen. Denn genau dann macht es am Ende keiner.
Wenn niemand zuständig ist, entsteht Frust
Paul: Was passiert, wenn man keine Regeln aufstellt und keine Kultur dafür hat?
Henry: Im schlimmsten Fall hast du einen Kühlschrank, in dem sehr viel lebt. Und eine dreckige Küche. Das will niemand haben.
Paul: Und frustrierte Menschen. Es gibt Menschen, die Ordnung lieben, und Menschen, denen das nicht so wichtig ist. Die Ordnungsliebenden stört es dann zuerst, und irgendwann entsteht Teamfrust. Die Küche ist ja oft ein zentraler Treffpunkt. Man holt Kaffee, spricht kurz miteinander, trifft sich in der Pause. Wenn dieser Ort nervt, ist das schlecht für die Stimmung.
Henry: Und wenn Kundinnen, Kunden oder Gäste die Küche sehen können, kommt noch der Eindruck nach außen dazu. Eine vollkommen chaotische Küche ist dann nicht unbedingt das Bild, das man zeigen möchte.
Paul: Was war denn das Schlimmste, was du im Kühlschrank gefunden hast?
Henry: Verschimmelte Sachen. Am schlimmsten finde ich alles, was stinkt. Optisch ist es schon eklig, klar. Aber wenn du den Kühlschrank aufmachst und dir kommt dieser Geruch entgegen, dann ist es vorbei.
Paul: Je mehr Leute im Unternehmen sind, desto schwieriger wird es natürlich. Wenn nichts beschriftet ist und keine klaren Regeln gelten, fühlt sich keiner verantwortlich. In kleinen Teams ist das oft einfacher, weil man schneller merkt, wem etwas gehört oder wer gerade dran ist.
Henry: Und zum Abschluss, gerade bei der Hitze: ein Eisfach.
Paul: Ein gefülltes Eisfach. Ganz wichtig.
Das bleibt aus Folge 39 hängen
Eine Büroküche bleibt nicht durch gute Absichten sauber, sondern durch einfache Regeln, sichtbare Verantwortlichkeiten und ein Team, das Dinge anspricht, bevor sie nerven. Essen beschriften, Kühlschrank regelmäßig prüfen, Kaffeemaschine sauber halten, Gerüche vermeiden und Vorräte rechtzeitig nachkaufen: Das klingt banal, verhindert aber Frust. Denn die Küche ist nicht nur ein Raum mit Kühlschrank, sondern oft der Ort, an dem Teamkultur im Alltag sichtbar wird.
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